Partnergemeinde Meuselwitz

Aus dem Gemeindebrief Ausgabe 103, Dezember 2009

 

Liebe Lauffener,

im Februar nächsten Jahres jährt sich nun auch unsere Städtepartnerschaft zum 20. Male.

In der Chronik unseres Pfarramtes las ich im Gottesdienst am Reformationstag jenen Abschnitt, in dem mein Mann, Superintendent Hans-Jürgen Schenk, an die Zeit der Wende und an den Beginn des aufeinander zu Gehens unserer beiden Städte und deren Kirchgemeinden erinnerte. Im Januar 1990 besuchte er Sie mit 3 weiteren Meuselwitzern zum ersten Mal. Was ist seither nicht alles geschehen an schönen und bereichernden Begegnungen!!!

 

Gerne denke ich selbst an die Einführung Ihrer beiden Pfarrer, die derzeit Dienst tun und an den Gegenbesuch von Pfr. Fröschle zusammen mit Mitgliedern der katholischen Gemeinde.

Derzeit steht bei uns alles im Zeichen des Wendejubiläums.

 

Im September erlebten wir einen sehr schönen 1. Mitteldeutschen Kirchentag in Weimar, der unter dem Thema stand: „Jetzt ist die Zeit…“ Unsere Thüringer Kirche geht ja mit der Anhaltinischen seit diesem Jahr gemeinsame Wege und nennt sich „Evangelische Kirche in Mitteldeutschland“

Das Wendejubiläum war ein guter Einstieg. Auch haben wir eine neue Landesbischöfin, die in Ihrer Region bekannt sein wird: Frau Ilse Junkermann. Sie hielt die Predigt in Weimar.

Auch in unserem näheren Umfeld stehen diese Wochen im Zeichen des Gedenkens an die friedliche Revolution von 1989. Am kommenden Montag um 20.00h veranstalten wir zusammen mit der Stadt einen ökumenischen Gottesdienst in unserer Martinskirche. In der Stunde davor werden wir, wie vor 20 Jahren, mit Kerzen durch die Stadt ziehen entlang der gleichen Route wie damals.

Auch wird es eine Ausstellung in unserer Kirche geben mit Zeitzeugnissen, Zeitungsartikeln, Fotos und Erlebnisberichten.

 

Seither gab es immer wieder neue Herausforderungen, sowohl in unserer Stadt, als auch in unseren Gemeinden. Die wirtschaftliche und industrielle Situation hat sich ja komplett geändert. Der Braunkohlenabbau mit seinen vielen Arbeitsplätzen, aber auch mit der immensen Umweltbelastung ist Geschichte. Nur wenige Kilometer von Meuselwitz entfernt prägte der Uranabbau die Landschaft mit seinen „strahlenden“ Halden, die im Vorfeld der Bundesgartenschau in Gera vor 2 Jahren komplett saniert wurden.

 

Wir freuen uns über die Entwicklung einer Computerfirma und einer Gießerei, die in der Hauptsache Gussteile für Windenergieanlagen herstellt. Auch die Landwirtschaft, für die das Altenburger Land in der Geschichte berühmt war, geht gute Wege.

Allerdings beklagen wir die Abwanderung vieler junger Menschen und Familien, was im Stadtbild an den vielen leer stehenden Häusern und Geschäften sichtbar wird.

Auch haben es unsere Kirchgemeinden nicht ganz leicht. Die Kirchenzugehörigkeit beträgt längst keine 10% mehr und die Hoffnungen der Wendezeiten haben sich nicht erfüllt.

Der politische Druck von damals wurde durch mancherlei andere Gründe abgelöst, um Menschen vom Engagement in den Gemeinden abzuhalten. Trotzdem beklagen wir uns nicht, denn es gibt dennoch viele Menschen mit guten Ideen und mit ihrem Einsatz an Zeit und Energie und vor allem Glaubensmut. In der Ökumene rücken wir sehr zusammen.

 

Bisher ist es uns gelungen, alle Predigtstellen, wenn auch nicht alle Pfarrämter aufrecht zu erhalten. Und dies oft auch mit Hilfe von Lektorinnen und Lektoren. Eine weitere Strukturreform werden wir 2013 bewältigen müssen. Manchmal gleicht es einem Wunder, wie viel doch erhalten werden kann an schönen Kirchengebäuden und wie vieles neu entsteht. Eine der bedeutendsten Nachwendeerrungenschaften ist unsere Diakonie- Sozialstation mit etwa 25 Mitarbeiterinnen und einem Zivi. Sie hat einen festen Platz in unserer Stadt.

 

Am kommenden Montag werden wir mit Dankbarkeit der Ereignisse der vergangenen 20 Jahre gedenken, aber auch der Menschen, die keinen Platz in einer neuen Zeit fanden oder die Lasten zu tragen hatten, die Umbrüche immer mit sich bringen.

Kerzen und Gebete waren wichtig damals vor 20 Jahren und Kerzen und Gebete sind auch in diesen Tagen wichtig, wenn wir innehalten auf dem Weg eines wieder vereinten Landes.

Wir werden aufs Neue um den Segen Gottes bitten, der mit uns sein möge.

Mit uns allen hier wie da in unseren Städten, in unseren Bundesländern, in unseren Kirchen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine gesegnete Herbstzeit.

Mit lieben Grüßen aus Meuselwitz

 

Ihre Elke Schenk

 

 

 

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Elke Schenk

Elke Schenk, Pastorin und Oberpfarrerin in Meuselwitz

 

Evangelisch-Lutherisches Pfarramt

Pfarrgasse 1

04610 Meuselwitz

Telefon: 0 34 48 / 37 81

 

Internet:

Kirchen in Meuselwitz

(auf der Seite der Stadt Meuselwitz)